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Energie-News

Viel versprechender Energieträger Wasserstoff

Neue Stromerzeugung: Ameisensäure im Laptop

Weltweit suchen Forscher fieberhaft nach sauberen Alternativen zu Öl, Kohle und Atomkraft. Als besonders viel versprechend gilt Wasserstoff. Das Gas ist sauber und universell einsetzbar. Anstelle von giftigen Klimagasen entsteht als Abfallprodukt sauberes Wasser. Doch bei allen Vorteilen bleibt ein entscheidender Nachteil: Das hochexplosive Gas lässt sich nur schwer speichern.

Minus 253 Grad Celsius sind nötig, um Wasserstoff in Flüssigkeit umzuwandeln. Alternativ lässt sich das Gas durch hohen Druck verdichten. Beide Verfahren kosten so viel Energie, dass sich die Verwendung von Wasserstoff bisher kaum gelohnt hat. Hinzu kommt, dass Wasserstoff hochexplosiv ist, sobald er mit der Luft in Berührung kommt.

Wie aus Ameisensäure Wasserstoff wird

Mathias Beller vom Leibniz-Institut für Katalyse will die aufwändige und gefährliche Speicherung von Wasserstoff mit einem einfachen Verfahren überflüssig machen. Ameisensäure soll das hochexplosive Gas ersetzen. In einer einfachen chemischen Reaktion wandelt ein Eisenkatalysator die Säure in Wasserstoff um. Dieser Prozess kann sowohl im Autotank als auch im Laptop-Akku stattfinden. Der Wasserstoff entsteht also erst vor Ort, unmittelbar vor seiner Verwendung.

Wenig Ameisensäure, Riesen-Effekt

Ameisensäure lässt sich im Labor herstellen.

In einem Liter Ameisensäure befinden sich 53 Gramm Wasserstoff. Umgewandelt in Gas entspricht das einem Volumen von rund 600 Litern Wasserstoff. Doch fallen nun ganze Ameisenkolonien der neuen Technologie zum Opfer? Tierschützer können beruhigt sein. Nicht nur Ameisen und Insekten erzeugen die Säure als Waffe gegen Angreifer, auch in Brennnesseln oder Menthol ist sie enthalten. Durch die Pflanzen lässt  sich Ameisensäure einfach im Labor herstellen.

 

An der Tankstelle wird das gebrauchte Carbazol gegen wasserstoffhaltiges Carbazol getauscht.

Carbazol – das Benzin der Zukunft?

Für Aufregung in der Autoindustrie sorgen seit kurzem Wolfgang Artl und Peter Wasserscheid von der Universität Erlangen-Nürnberg. Die beiden Forscher haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich Wasserstoff in der Chemikalie Carbazol speichern lässt. Ihre Vision: Tankstellen bieten mit Wasserstoff angereichertes Carbazol an. Hat ein Motor dem Carbazol allen Wasserstoff entzogen, pumpt der Fahrer das wasserstoffarme Carbazol an der Tankstelle ab und ersetzt es durch wasserstoffhaltiges Carbazol.

Autobauer sehen Carbazol skeptisch

In den Medien wurde Carbazol bereits als neuer Wundersprit gefeiert. Die Autobauer zeigen sich interessiert sind aber skeptisch. Das hat mehrere Gründe: Um den Wasserstoff aus dem Carbazol herauszulösen, sind hohe Temperaturen erforderlich. Hinzu kommt, dass der entzogene Wasserstoff für die Verwendung in Brennstoffzellen nicht rein genug ist. Auch das Fahrverhalten mit Carbazol wäre anders: Durch den vergleichsweise trägen chemischen Prozess ist an hohe Beschleunigungen nicht zu denken. Optimismus ist trotzdem angebracht, weil die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt.

Wasserstoff aus Wind und Sonne

Wasserstoff lässt sich aus erneuerbaren Energien erstellen.

Wasserstoff allein ist keine Energiequelle, sondern ein Energieträger. Um ihn zu erzeugen, benötigt man andere Energieträger – sogenannte Primärenergie. Die Herstellung von Wasserstoff mithilfe von Öl, Kohle, Gas oder Holz macht ökologisch keinen Sinn.

Klimaneutral lässt sich Wasserstoff durch erneuerbare Energien erzeugen. Überschüssiger Strom, beispielsweise aus Windkraft, spaltet Wasser (H2O) in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2). In Form von Wasserstoff ist die Energie sinnvoll gespeichert. So finden Wind-, Wasser- uns Solarkraftwerke auch dann Verwendung  wenn kaum Energie benötigt wird, beispielsweise nachts. Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel "Wer Wind sät, kann Methan ernten".

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